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Der Wunderdoktor aus Seebach

Johannes Niklas Dicel wurde nur ein paar Jahrzehnte nach dem verheerenden 30-jährigen Krieg im Jahre 1676 in dem kleinen Dorf Seebach geboren. Bereits als Kind ging er mit seiner Mutter in die Wälder, um Kräuter zu sammeln, die sie an die Apotheken der Umgebung verkaufte. Als der Vater starb, blieb er mit der Mutter in tiefster Armut allein. Nach deren Tod jagte ihn der Bruder aus dem Elternhaus. Johannes Dicel kam als Knecht in Seebach unter. Er arbeitete auf dem Feld, als Tüncher und Leineweber. Nebenbei sammelte er weiter Heilkräuter in der Umgebung und erweiterte sein Wissen über deren Wirkung durch die Anwendung bei Nachbarn, die ihn um Rat und Hilfe baten. Außerdem gewann er sein Wissen aus einem Medizinbuch, das er erworben hatte. Seine Anwendungen hatten meist Erfolg, so dass sich seine Heilkunst weit herum sprach. Aber auch Missgünstige brachte es auf, die ihm Scharlatanerie vorwarfen. Trotz zeitweisem Verbot seiner Apotheke und Strafverfolgung konnte er die Kranken und Hilfesuchenden mit seinen Salben, Tinkturen und Essenzen weiter behandeln.

Johannes Dicel Portrait

Noch weit über seinen Tod hinaus lebte sein Andenken in der Umgebung weiter. Einige Apotheken verwendeten seine Rezepturen und seine Heilmethoden waren in der Bevölkerung noch lange bekannt. Im Jahre 1860 erschien unter dem Titel „Der Wunderdoktor Johannes Dicel in Seebach" eine Beschreibung seines Lebens von Heinrich Schwerdt aus Waltershausen, die im Jahre 1936 neu aufgelegt wurde. In diesem Jahr des 200. Bestehens der Kirche wurde auch ein Schauspiel über das Leben des Johannes Dicel aufgeführt, das vom damaligen Pfarrer Johannes Stöckigt geschrieben wurde. Der frühere Pfarrer

Johannes Harstick veröffentlichte in den 1950er Jahren die Broschüren „Ein guter Haushalter", „Mögliche Geschichten zur Geschichte von Seebach" und „Seebach - Geschichte und Geschichten". Anschließend an eine Gedenkwoche zum 250. Todestag von Johannes Dicel im Jahre 2008 entstand von der Ortschronistin Ursula M. Dorn „Eine Dokumentation über Johannes Dicel und seine Zeit".

Pfarrhaus